Category: Umwelt

Das Kiezkaufhaus in Wiesbaden

Die Wiesbadener haben seit einiger Zeit etwas, dass ich auch gerne mal ausprobieren würde: Den Online-Shop “kiezkaufhaus” für Waren von mittlerweile mehr als 20 Wiesbadener Einzelhändlern, Herstellern und Erzeugern.

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Ein schickes Lastenrad vom Kiezkaufhaus (Quelle: Kietzkaufhaus Facebook-Seite)

Bestellt man etwas auf http://www.kiezkaufhaus.de, so packt der betreffende Händler die Ware(n) in eine stabile Stofftasche, die dann von einem Fahrradkurier abgeholt und zu einem zentralen Büro gebracht  wird. Dort werden Taschen für jeden einzelnen Kunden fertig gepackt und diese mit dem Rad zum Kunden gebracht. Wer bis 14 Uhr bestellt, bekommt seine Lieferung noch am gleichen Tag.

Die Idee ist super und ich würde sie unheimlich gern unterstützen. Denn die Vorteile, die sich durch das Projekt ergeben, liegen auf der Hand (Zitat vom Kiezkaufhaus):

  • Gut für’s städtische Leben
    Fachgeschäfte prägen den Charme der Innenstadt und es gilt, sie zu erhalten. Leider haben viele von ihnen in den letzten Jahren geschlossen. Den frei gewordenen Platz haben sich dann oft Ketten erobert, die mitunter wenig zur individuellen Stadtgestaltung beitragen. Kaufen wir online bei lokalen Händlern, bleibt der Umsatz in unserer Stadt.
  • Gut für die Stadt-Finanzen
    Mehr als 500 000 Euro gehen einer Stadt in der Größenordnung Wiesbadens verloren, weil durch den Distanz-Handel die Gewerbesteuer nicht in der Stadt bleibt. Dabei sind weitere ökonomische Aspekte wie zum Beispiel Arbeitsplätze, die im Einzelhandel entstehen oder wegfallen noch nicht berücksichtigt.
  • Gut für die Umwelt
    Durch die Auslieferung mit Cargo-Bikes anstelle von Kleintransportern wird der Straßenverkehr entlastet und die Umwelt geschont. Laut einer EU-Studie könnten potentiell 51 Prozent des innerstädtischen Lieferverkehrs mit Lasten-Fahrrädern erfolgen. Neben einer besseren CO2-Bilanz schlägt sich das natürlich auch auf den Umfang der Luftverschmutzung nieder.

Die Lieferpauschale beträgt gerade mal 5 Euro. Das kann man wirklich verkraften, finde ich, und man spart sich mit dem Lieferdienst auch das Park-Ticket für den dicken SUV. 🙂 Win-Win, würde ich sagen. Die erste Lieferung ist sogar versandkostenfrei.

Wie es funktioniert

Was es zu kaufen gibt – mir läuft das Wasser im Mund zusammen – aber es gibt auch diverse Non-Food Artikel.

Kiezkaufhaus Facebook-Seite

BecherBonus

Vor einigen Tagen las ich in der Frankfurter Rundschau folgendes: Im Raum Offenbach werden derzeit Unternehmer dazu aufgerufen, sich an der Aktion „BecherBonus“ zu beteiligen. Ziel soll sein, die täglich anfallende Menge von Coffee-to-go Bechern im Papiermüll zu senken. Unternehmen, die Kaffee zum Mitnehmen anbieten, sollten auch Alternativen zum Wegwerf-Becher anbieten.

Wenn Unternehmen ihren Kunden einen Preisnachlass bei Verwendung eines selbst mitgebrachten Kaffeebechers geben, würden sie im Gegenzug von kommunalen Stellen öffentlichkeitswirksam unterstützt.

Ich finde die Aktion super und hoffe, dass sich hier in der Gegend wenigstens ein paar Unternehmen anschließen. Erstens, weil ich Einwegverpackungen generell doof finde, und zweitens, weil ich denke dass wir immer erst einen Tritt brauchen, damit sich etwas ändert.

Unternehmen, die mitmachen wollen, sollen sich per Mail an pressestelle@umwelt.hessen.de wenden und werden dann auf der Internetseite hessen-nachhaltig.de/de/becherbonus.html veröffentlicht. Zur Zeit sind es immerhin schon fünf Stück, hoffentlich werden es bald noch mehr.

Was bleibt uns also zu tun? Teilen, Weitererzählen und immer einen Mehrwegbecher dabei haben. 🙂

Mehrweg-Kaffeebecher
Mehrweg-Kaffeebecher, Symbolbild